Was ist das Projekt Twin4Clim?
In Twin4Clim werden Urbane Digitale Zwillinge und anwendungsbezogene Lösungsbausteine in drei thematischen Use Cases „Bauliche Entwicklungsszenarien in Gemeinden“, „Grüne Infrastruktur für klima-fitte Gemeinden“ und „Bauliche Entwicklung und Starkregenereignisgefährdung“ erarbeitet.
Diese digitalen Lösungspakete werden in enger Kooperation von RSA FG iSPACE (LP) (Salzburg) und der TU München (Lehrstuhl für Geoinformatik) entwickelt und in drei Pilotgemeinden im bayerisch-salzburger Grenzraum grenzübergreifend implementiert, um bei Maßnahmen zur Klimaanpassung zu unterstützen.
Es werden entsprechende Analysemodelle zu klimarelevanten Aspekten in räumlich hoher Auflösung zur Simulation und Entscheidungsunterstützung erarbeitet zur Verfügung gestellt sowie Urbane Digitale Zwillinge in den Gemeinden aufgebaut, die auf dem flexiblen SDDI-Ansatz (Smart District Data Infrastructure) basieren, einem Rahmenwerk für das anwendungsgetriebene Management Urbaner Digitaler Zwillinge.
Die Lösungspakete definieren erforderliche Daten, Werkzeuge für die räumliche Analyse und Simulation, den KI-gestützten Zugang zu klimarelevanten Indikatoren und Visualisierung für die Use Cases und werden in den Pilotgemeinden im bayerisch-salzburger Grenzraum umgesetzt.
Durch gemeinsame Standards wird die grenzübergreifende Interoperabilität und Kompatibilität mit vorhandenen Systemen der in Twin4Clim verwendeten Daten, Prozesse und Methoden gewährleistet.
Die Lösungspakete werden in diesem Leitfaden sowie im öffentlich zugänglichen SDDI-Katalog beschrieben. Ferner wird ein Aktionsplan mit Handlungsanleitungen zur grenzübergreifenden Umsetzung der Use Cases in Salzburg und Bayern zur Übertragbarkeit auf weitere Gemeinden beidseits der Grenze erstellt.
Die Innovations-Transferorganisationen der Länder Salzburg (Innovation Salzburg GmbH) und Bayern (Bayern Innovativ GmbH) fokussieren den breiten Wissenstransfer zu Kommunen, Dienstleistenden, regionalen/nationalen Behörden, Interessensvertretungen, sektoralen Agenturen und der Öffentlichkeit durch grenzübergreifende Transferveranstaltungen, Workshops sowie innovative Formate, wie z. B. eine Innovations- & Startup-Challenge 2027.
⏱️ Projektdetails & Laufzeit
Twin4Clim: Urbane Digitale Zwillinge zur grenzübergreifenden Unterstützung von Gemeinden bei der Anpassung an den Klimawandel.
Das Interreg-Projekt hat eine Laufzeit von 3 Jahren (Januar 2025 bis Januar 2028). Innerhalb dieses Zeitraums wird der Wissenstransfer und die Bereitstellung des digitalen Handlungsleitfadens für die kommunale Praxis vollständig umgesetzt.
Projektleitung: iSPACE
Projektpartner*innen: TU München, Bayern Innovativ, Innovation Salzburg
Projektvolumen gesamt: 993.980,40 EUR
EFRE-Mittel: 745.485,30 EUR
🎯 Projekt-Ziele
Twin4Clim verfolgt das Ziel, bayerische und österreichische sowie europäische Kommunen fit für den Klimawandel zu machen. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse unterstützt das Projekt Städte, Märkte und Gemeinden dabei:
- Planungssicherheit zu erhöhen: Klimafolgenabschätzungen systematisch in die formelle und informelle Bauleitplanung zu integrieren.
- Resilienz zu stärken: Durch den gezielten Einsatz von innovativen Digitalen Zwillingen (Digital Twins) städtebauliche Varianten vorab virtuell auf Hitze-, Wasser- und Dichteeffekte zu prüfen.
- Kommunikationsbarrieren abzubauen: Komplexe Geodaten und Simulationsergebnisse so aufzubereiten, dass sie als transparente Entscheidungsvorlage für Stadträte dienen und in der Bürgerbeteiligung eingesetzt werden können.
🏗️ Die 3 Kern-Use-Cases (Anwendungsfälle)
Das operative Herzstück von Twin4Clim basiert auf einer durchgängigen, praxisnahen Methodik, die in drei spezifische Pfade unterteilt ist:
1. Hitzevorsorge im Quartier: Identifikation von thermischen Hotspots im Straßenraum und Abwägung von Minderungsmaßnahmen wie Entsiegelung, Verschattung oder dem Erhalt von Grünstrukturen (unter Einbindung von Baumkatastern).
2. Starkregen-Resilienz: Hydraulische Fließweganalysen und die Erkennung von lokalen Senken mittels hochauflösender digitaler Geländemodelle (DGM), um Gefahrenkarten zu erstellen und Notabflusswege freizuhalten.
3. Klimagerechte Nachverdichtung: Abwägung von Zielkonflikten zwischen notwendigem Wohnraumgewinn und der Sicherung von Kaltluftbahnen sowie dem Sky View Factor (SVF) durch den simulierten Vergleich von 3D-Bebauungsszenarien (LoD2).