Vorlagen für Ausschreibungen
ℹ️ Hinweis:
Die einzelnen Vorlagen sind nicht vollständig! D.h. sie sind keine „Copy & Paste“-Dokumente sondern als Strategie-Checklisten gedacht für die technische Leistungsbeschreibung, mit Fokus auf Qualitätskriterien.
- Ausschreibungsvorlage-Starkregen-Risikoanalyse
- Ausschreibungsvorlage-Hitzeminderung & Stadtklimaanalyse
- Ausschreibungsvorlage-Nachverdichtungspotenziale
Diese Checklisten helfen Ihrer Kommune, bei der Vergabe an externe Ingenieurbüros oder IT-Dienstleister genau die richtigen technischen Anforderungen zu formulieren, um "Lock-in-Effekte" zu vermeiden und SDDI-Konformität zu sichern.
Ausschreibungsvorlage-Starkregen-Risikoanalyse
Basis: Twin4Clim Use Case „Bauliche Entwicklung und Starkregenereignisgefährdung“
1. Projektgegenstand & Datenintegration
- [ ] Daten-Interoperabilität: Der Auftragnehmer verpflichtet sich, die Analyse auf Basis der bestehenden kommunalen Daten (DGM1, Hausumringe) durchzuführen.
- [ ] Standard-Schnittstellen: Sämtliche Ergebnisse müssen in offenen Standards geliefert werden (z.B. OGC-konforme Web-Dienste WMS/WFS oder offene 3D-Formate wie CityJSON/CityGML).
- [ ] Integration in bestehende Infrastruktur: Kompatibilität mit dem SDDI-Katalog ist zwingende Voraussetzung. Die Daten sind so aufzubereiten, dass sie ohne proprietäre Konvertierung in den Twin4Clim-Client eingebunden werden können.
2. Technische Analyse-Anforderungen
- [ ] Methodik-Transparenz: Die Berechnung der Fließwege muss nachvollziehbar sein (Angabe der zugrunde liegenden hydrologischen Modelle).
- [ ] Szenarien-Flexibilität: Das System muss die Simulation unterschiedlicher Niederschlagsereignisse ermöglichen (z.B. Starkregen-Index 1 bis 10 oder mm/h).
- [ ] Genauigkeits-Check: Prüfung, ob die Auflösung des digitalen Geländemodells (DGM1) für die lokale Fragestellung (z.B. Bordstein-Kanten, Unterführungen) ausreichend ist.
3. Datenschutz & Datensouveränität (Kritisch!)
- [ ] Eigentum der Daten: Sämtliche im Rahmen der Analyse erstellten Daten (inkl. abgeleiteter Gefahrenkarten) gehen vollumfänglich in das Eigentum der Kommune über.
- [ ] Datenschutzkonformität: Sicherstellung, dass bei der Einbindung von externen Geodaten (sofern diese Personenbezüge aufweisen, z.B. bei mikroskaligen Analysen) die DSGVO-Vorgaben eingehalten werden.
- [ ] Hosting: Anforderungen an den Serverstandort (EU-Raum bevorzugt) und Zugriffsschutz für die Ergebnisse.
4. Ergebnisformate & Dokumentation
- [ ] Metadaten: Jeder gelieferte Datensatz muss mit Metadaten nach ISO 19115/19139 versehen werden (für die spätere Auffindbarkeit im SDDI-Katalog).
- [ ] Visualisierung: Die Ergebnisse müssen im 3D-Stadtmodell visuell so aufbereitet sein, dass sie auch von fachfremden Entscheidern (Gremien) interpretiert werden können.
- [ ] Know-how-Transfer: Der Auftragnehmer dokumentiert den Workflow so, dass das kommunale IT-Personal die Analyse bei zukünftigen Änderungen (z.B. neue Bebauung) eigenständig aktualisieren kann.
Ausschreibungsvorlage-Hitzeminderung & Stadtklimaanalyse
Fokus: Thermische Belastung und grüne Infrastruktur
1. Datenbasis & Qualität:
- [ ] Datengrundlage: Der Auftragnehmer verwendet aktuelle stadtklimatische Daten (z. B. Satelliten-Thermalbilder, lokale Klimadaten) und validiert diese gegen das kommunale 3D-Stadtmodell.
- [ ] Wirkungsanalyse: Die Ausschreibung verlangt die Evaluierung von verschiedenen Maßnahmen (z. B. Fassadenbegrünung, Entsiegelung) anhand ihrer thermischen Auswirkung im 3D-Modell.
2. Methodik:
- [ ] Validierung: Nachweis über das verwendete Klimamodell (z. B. ENVI-met oder vergleichbar) und dessen Auflösung für das kommunale Gebiet.
- [ ] Integration: Einbindung in den Twin4Clim-Client zur vergleichenden Darstellung von "Ist-Zustand" vs. "Planungsszenario".
3. Ergebnis-Output:
- [ ] Entscheidungsvorlagen: Bereitstellung von Heatmaps, die für politische Gremien als Diskussionsgrundlage für Klimaanpassungsmaßnahmen geeignet sind.
- [ ] Metadaten: Vollständige Dokumentation der Datenquellen nach SDDI-Katalog-Standard.
Ausschreibungsvorlage-Nachverdichtungspotenziale
Fokus: Flächeneffizienz und städtebauliche Kennwerte
1. Analyse-Parameter:
- [ ] Bebaubarkeit: Die Analyse muss die geltenden B-Plan-Vorgaben (GFZ/GRZ) sowie die tatsächliche Ausnutzung der Grundstücke abgleichen.
- [ ] Daten-Verschneidung: Anforderung an die automatisierte Verschneidung von ALKIS-Flurstücken und Hausumringen (Gebäudebestand).
2. Technische Anforderungen:
- [ ] Filter-Logik: Das Tool muss konfigurierbare Ausschlusskriterien (z. B. Mindestgröße der Restfläche, Denkmalschutz, Abstandsflächen nach BayBO) besitzen.
- [ ] Interaktivität: Die Gemeinde muss in der Lage sein, "Was-wäre-wenn"-Szenarien durch einfache Parameteränderungen (z. B. Erhöhung der Geschosszahl um 1) selbst durchzuspielen.
3. Rechtliche & datentechnische Aspekte:
- [ ] Eigentum & Datenschutz: Sicherstellung, dass die Analyseergebnisse (Potenzialflächen) in das kommunale Geodatenmanagement übernommen werden können und keine Eigentümerdaten (sofern nicht explizit gewünscht) an den Dienstleister abfließen.
- [ ] Open Data Compliance: Vorbereitung der Potenzialdaten für eine mögliche Veröffentlichung im SDDI-Katalog oder für interne Planungszwecke.